Erste Zusammenarbeit MBH mit Brandenburgern Betriebsärzten

Erste Zusammenarbeit MBH mit Brandenburgern Betriebsärzten

Jeder Mediziner, der an seine Ausbildung im Fach Arbeitsmedizin denkt, hat unterschiedliche Erfahrungen. Nicht immer hat die Vermittlung des Lehrstoffes Interesse wecken können. Die meisten Kolleginnen und Kollegen, die dieses Fach für sich entdeckten, haben erst im Laufe ihrer klinischen Zeit erkannt, wie facettenreich und interessant die Tätigkeit eines Betriebsarztes sein kann.

Mit der Gründung der ersten medizinischen Fakultät im Land Brandenburg sollte das anders werden. Von Beginn an, bei der Eröffnungsveranstaltung der MHB – „Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane“ am 17.06.2015, hat der Verband der Werks- und Betriebsärzte Unterstützung bei der studentischen Ausbildung zugesagt. Es sei wichtig, den Studierenden die vielfältigen Aufgaben des Betriebsarztes, die präventive Sicht auf den berufstätigen Menschen und die grundlegenden Aspekte für die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit der Beschäftigten möglichst praxisnah und interessant zu vermitteln.

Nun endlich war im April 2018 erstmals ein 7. Semester am Start, dass gleich zu Beginn eine geballte Woche Arbeitsmedizin vermittelt bekommen sollte. Die Vorbereitungszeit war relativ knapp. Erste Absprachen dazu gab es erst am 24.01.2018 bei der Erweiterten Vorstandssitzung des VDBW – Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte – Landesverband Brandenburg und der Veranstaltung AG Qualitätssicherung der Landesärztekammer Brandenburg.

In Zusammenarbeit mit Frau Dr. Schendzielorz von der MHB konnten wir die Lernziele kreativ und zielführend weiterentwickeln und die Inhalte in die didaktischen Konzepte der medizinischen Hochschule einpassen. Die Konzeption der Veranstaltungswoche wurde bei einem Treffen am 13.02.2018 in der Landesärztekammer mit den potentiellen Akteuren in konstruktiver Atmosphäre erarbeitet.

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen des Landesverbandes Brandenburg für die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern der MHB herzlich bedanken. Damit verbunden ist natürlich die Hoffnung, mit der Beteiligung an der Ausbildung von Medizinern eine Stärkung der Arbeitsmedizin im Land zu erreichen.

Ich freue mich, dass der Ausschuss Qualitätssicherung der Landesärztekammer unser Vorgehen unterstützt und sich dafür aussprach, dass auch andere Fachgebiete ihre Expertise und Erfahrungen in die akademische Ausbildung einbringen. (Lt. Protokoll der Sitzung vom 08.03.2018 der Landesärztekammer)

Für 2018 war es ein sehr kurzfristiger Prozess der Kontaktaufnahme, Abstimmung zum Inhalt und Vereinbarung der Organisation. Dankenswerter Weise sprangen Kollegen aus Berlin ein, da nicht sofort Kollegen aus Brandenburg in notwendigem Umfang aktiviert werden konnten. Das wird in Zukunft bei rechtzeitiger Planung besser gestaltet werden können, denn wir sehen uns in der Lage, alle Positionen in hoher Qualität auszufüllen.

Insgesamt fiel die Auswertung durch die Studierenden positiv aus. Es wurde den Dozenten viel Engagement bescheinigt und die praktische Herangehensweise kam besonders gut an. Gerade auch die gemeinsame Erarbeitung der Grundlagen für die Gefährdungsbeurteilung und die sich daran anschließenden Praktika in Brandenburg, die im Städtischen Klinikum und bei der LAFIM Dienste für Menschen gAG „Dienste für Menschen mit Behinderung“ stattfanden, waren sehr gut besucht. Sie vermittelten einen tiefen Einblick in die Aufgaben der Betriebsärzte und in die Zusammenarbeit mit den Fachkräften für Arbeitssicherheit. Sie gaben weiterhin einen Einblick in verschiedene Tätigkeitsbereiche und förderten das Verständnis für die Notwendigkeit der Beurteilung der relevanten Gefährdungsfaktoren und das Ableiten von technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen, sowie erforderlichen Unterweisungen und ggf. Impfungen im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge. Weil die angehenden Ärzte im späteren Berufsleben fast immer auch Arbeitgeberverantwortung übernehmen müssen, sind Grundkenntnisse zum Arbeitsschutz auch dann wichtig, wenn ihr Weiterbildungsziel nicht die Arbeitsmedizin ist.

Ein großer Dank geht an das Städtische Klinikum sowie an die LAFIM Dienste für Menschen gAG „Dienste für Menschen mit Behinderung“ für die Unterstützung und die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Danke auch an die Mentoren am Praktikumstag Herrn Oppermann, Herrn Fürste, Herrn Dr. Dietrich, Frau Wolf, Herrn Lutze und Frau Dr. Houshmand.

Vom Zentrum für Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit nahmen Frau Dr. Houshmand (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie; Ärztin in Weiterbildung für Arbeitsmedizin) und Frau Dr. Fischer gerne das Angebot an und hielten am 10.04.2018 zwei interdisziplinäre Seminare zum Thema „Prävention und Gesundheitsförderung“ mit Inhalten Sucht, Stress und Entspannung.

Die Relevanz des Themas spiegelte sich unter Berücksichtigung der Lernziele in der hohen Teilnehmerzahl wieder. Neben interessanten Informationen zur Prävention und Gesundheitsförderung sowie der Möglichkeit alle offenen Fragen zu klären, wurden den Studierenden während der Vorträge gesunde grüne Smoothies gereicht mit Hinweisen auf die Bedeutung gesunder Ernährung.

Um den Studierenden erste Möglichkeiten der Einsicht in der Prävention und Gesundheitsförderung aufzuzeigen, bot die Praxis Dr. Fischer die Möglichkeit nach der Vorlesung einen umfassenden Sehtest durchführen zu lassen. Ebenfalls konnten die Wirkungen von übermäßigem Alkoholkonsum anhand von verschiedenen Aufgaben mittels Rauschbrillen bei sich selbst getestet werden. Mit Freuden stellten wir fest, dass dieses Angebot von einigen Studierenden dankend angenommen und sich bereits für das nächste Jahr wieder gewünscht wurde.

In den nächsten Wochen wird mit der MHB eine Auswertung stattfinden und wir werden gemeinsam das Modul Arbeitsmedizin für das Sommersemester 2019 vorbereiten. Schwerpunkt dabei wird die Vertiefung der Zusammenarbeit des VDBW Landesverband Brandenburg, des Ausschusses Qualitätssicherung der Landesärztekammer mit der MHB und dem gewerbeärztlichen Dienst sein. Ziel ist die Überarbeitung und weitere Verbesserung des Veranstaltungskonzeptes auf der Basis der Zuarbeiten der Studenten und auch unserer eigenen Erfahrungen.

Ein Dankeschön soll auch an die Studierenden für die Vorbereitung, Disziplin und Mitgestaltung der Veranstaltungen gehen.

Gemeinsam ist es uns gelungen, seit Beginn des Jahres die Lernziele so zu formulieren, dass zukunftsweisende fachspezifische Dinge eine gute Berücksichtigung fanden. Mehr und mehr wird es uns gelingen, die Studierenden mitzunehmen in die neue Rolle der Arbeitsmedizin, in eine integrierte medizinische Versorgung.